Kategorie-Archiv: 2014

Zwischenstand mit Paspelband

Musik: Stephan Bodzin & Marc Romboy – Callisto (Joris Voorn Rmx)

Der Mantel nimmt langsam Gestalt an 🙂 Inzwischen hab ich die Ärmel zusammengenĂ€ht und festgeheftet, endgĂŒltig annĂ€hen werde ich sie nachdem ich nochmal die Passform korrigiert hab. Das PuffĂ€rmelsyndrom hat nĂ€mlich wieder zugeschlagen 😉

Auf die Fummelei mit den Ärmeln hatte ich aber erstmal keine Lust, daher hab ich mich angenehmeren TĂ€tigkeiten gewidmet, bei denen ich auch noch was dazulernen konnte: Paspelband herstellen. Nicht einfach irgendwelches, nein. Aus Kunstleder.

Paspelbandherstellung

Ging erstaunlich einfach und wird wohl auch wieder mal irgendwo Verwendung finden. Mir schwebt da schon eine Tasche mit Paspelrand oder ein Oberteil vor…

Kunstlederpaspel

Aber erstmal den Mantel fertig machen und nicht gleich wieder in alte Muster fallen und was Neues anfangen 😉

Bissl kniffliger war dann, das Paspelband zwischen die Wolllagen zu bekommen. Burda schlĂ€gt vor, das Band erst auf eine Stofflage zu heften und dann die andere Stofflage draufzustecken. Ich wollte mir aber den einen zusĂ€tzlichen Arbeitsgang sparen und hab direkt alles mit einmal zusammengeheftet. Dank der vormarkierten Nahtlinien war das ĂŒberhaupt kein Problem.

Paspelband einsetzen

In den Ecken und Rundungen war das Band etwas störrisch, aber nach dem vorsichtigen Einschneiden gings auch da wieder problemlos die Kurve rum. Nur an der Stelle, wo das Revers auf den Kragen stĂ¶ĂŸt, hab ich das Band eingeschnitten. Burda ist der Meinung, man soll das Band einschlagen, aber das war mir zu wulstig. Wenn man die Ecke weit auseinanderzieht, sieht man die Paspelenden, aber da das so gut wie nie vorkommt, fĂ€llt das auch nicht weiter auf.

Mantel mit Paspel

Mir gefĂ€llt der Mantel mit der hellen Paspel ziemlich gut 🙂 Wertet das Ganze doch irgendwie ganz schön auf.

Leider schaff ichs nicht bis Dienstag, den Mantel komplett fertig zu machen (da kam dann doch noch ein anderes kurzfristiges Bastelprojekt dazwischen – dazu demnĂ€chst mehr). DafĂŒr mĂŒsste ich heute noch das Futter zuschneiden (eigentlich erstmal bĂŒgeln), nĂ€hen und einsetzen. Dann fehlen noch die Ärmelriegel inklusive Paspel und die Knpflöcher und Knöpfe mĂŒssen noch ran. Aber das wird dieses Jahr definitiv noch fertig, fĂŒrs Aufschieben bin ich schon zu weit 🙂

Strichcode in weiß

Musik: NTFO & Karmon – Nobody Else

Am besten arbeite ich unter Zeitdruck. Weil aber selbst gesetzte Termine scheinbar selten den nötigen Druck bei mir ausĂŒben, liegt das ein oder andere (oder auch mehrere) NĂ€hprojekt nach einer Weile meist halbfertig auf meinem Stapel. Den Mantel wollte ich nicht in das gleiche Schicksal ergeben.
Also Termin suchen. Da wir Anfang Dezember in die Heimat fahren und zu der Zeit schon der Weihnachtsmarkt geöffnet hat, wĂ€re ein wĂ€rmendes StĂŒck Oberbekleidung beim GlĂŒhweintrinken von Vorteil.
Weil ich mich aber kenne und den langen Mantel mit all seinen kleinen Details niemals bis Ende November fertig bekommen hĂ€tte, hab ich mich fĂŒr eine abgespeckte Variante entschieden.
Der Mantel wird insgesamt kĂŒrzer, er soll nur bis ĂŒbern Hintern gehen (das allein Ă€ndert aber noch nix am NĂ€haufwand 😉 ).
ZusĂ€tzlich lasse ich die Passen vorn und hinten weg (das waren die ĂŒberdimensionierten Schulterklappen), genauso die Schulterriegel und vorgeschlagenen PaspelnĂ€hte an den Seitenteilen.
Der Stoff meiner Wahl ist, wie schon fĂŒr den langen Mantel, ein Woll-Polyester-Mix, dieses Mal allerdings in petrol.

Stoffzuschnitt

Nachdem ich alles angezeichnet zund zugeschnitten hatte, hab ich mich fĂŒr eine Neuerung in meiner Schneiderkarriere entschieden: alle Kanten und Markierungen mit Heftfaden nachnĂ€hen. Hauptgrund war, weil die Schneiderkreide nicht sonderlich haltbar auf dem Sotff ist. Ich muss allerdings zugeben, dass dies dasZusammenstecken und NĂ€hen doch um einiges vereinfacht, von daher werd ich das wohl beibehalten. Der zusĂ€tzliche Aufwand macht die Fummelei bei schlecht erkennbaren Markierungen doch schnell wieder wett 🙂

Korpus mit Markierungen

Bis jetzt hab ich alle Korpusteile zusammengesteppt und die Taschenbeutel inklusive Patten angenĂ€ht. NĂ€chster Schritt ist jetzt der Kragen und das Revers. GenĂ€ht und mit Einlage verstĂ€rkt ist beides schon…

Kragen mit Einlage

…allerdings will ich zwischen die Kragen- bzw. Reverskante eine Paspel aus Kunstleder (in Futterfarbe, hrhr) einfĂŒgen und die muss ich erst noch basteln.

Und so sieht das gute StĂŒck derzeit aus (auf dem letzten Bild sieht man auch den Futterstoff). Bis jetzt bin ich gut im Zeitplan 🙂

Auf Probe

Musik: Blood Orange – Uncle ACE (Kindness Rmx feat. Robert Owens)

So schnell, wie ich den Mantelkörper des Probeteils fertig hatte, so lange haben mich die Ärmel aufgehalten. Irgendwie habe ich die Ärmelkugel nicht so hingekriegt wie ich wollte. Durch das Einreihen blieben immer kleine FĂ€ltchen, so dass die Ärmel natĂŒrlich eher wie PuffĂ€rmel aussahen. Nach langer Suche beim Internetvideodealer meines Vetrauens hab ich dann schließlich ein Filmchen gefunden, was es ganz gut erklĂ€rt hat. Das Geheimnis sind zwei parallele HeftnĂ€hte, die dann jeweils unterschiedlich fest zum Einreihen gezogen werden. Und siehe da, die Ärmelkugel formt sich wie von selbst 🙂

Ärmelkugel - gewusst wie

Der Rest war dann wieder einfach – Ärmel am Korpus feststecken und annĂ€hen. Das Ergebnis sehen Sie hier (leider war Tageslicht Mangelware):

Und weil die Passform gut sitzt und ich die kniffligsten Details wie Kragen, Revers, Ärmel und Taschen schon erfolgreich gemeistert hatte, hab ich den Probemantel fĂŒr fertig erklĂ€rt. Vielleicht lags auch daran, dass ich nun endlich mit dem richtigen Stoff arbeiten wollte 😉

fertiger Probemantel

Trench ist Trend

Musik: Betoko – Before I Lose Control

Mein alter Wollmantel ist nach 4 Jahren langsam nicht mehr ansehnlich und auch das schwarz gefĂ€llt mir inzwischen nicht mehr. Beim BlĂ€ttern in meinem burda style-Fundus fiel mein Blick in der Ausgabe 11/2012 auf Modell 118 – der gefiel mir auf Anhieb 🙂
Scheinbar liegen Trenchcoats und derartige Mantelschnitte derzeit wieder im Trend – mir kanns nur recht sein. Ist auf jeden Fall zeitlos.

Beim Abpausen des Papierschnitts sind mir aber dann doch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich anders machen will:
– die rĂŒckwĂ€rtige Passe soll im Gegensatz zum Original symmetrisch werden
– in GrĂ¶ĂŸe 44 geht mir der Mantel bis ĂŒber die Waden, hier kĂŒrze ich auf eine Handbreit unterm Knie
– die Lederpaspeln mache ich aus Kunstleder, reicht auch völlig

Den Oberstoff hatte ich auch schnell gefunden: ein Polyester-Viskose-Elasthan-Gemisch in brombeer. Mittlerweile gibts die Farbe bei dem Onlineshop gar nicht mehr. Gut, dass ich schon Ende Juli bestellt hab 😉

Mantelstoff in brombeer

Weil mir der Stoff aber mit knapp 13 Eur pro Meter etwas zu teuer fĂŒr SchnittĂŒbungen ist, muss ein ProbestĂŒck her. HierfĂŒr dient ein Schlaufenschal, den es mal im Zweierpack gab und dessen Zwillingsbruder als Vorhang im Arbeitszimmer hĂ€ngt.

Zuschnitt

Inzwischen hab ich den Körper soweit fertig: der Kragen ist dran, die Passen vorn und hinten sind angesetzt und das Revers ist genĂ€ht. Ich hab mir auch gleich die kniffligen Stellen markiert, bei denen ich besonders genau anzeichnen, zusammenstecken und nĂ€hen muss – grade bei den symmetrischen Teilen fĂ€llt am Ende jeder Millimeter Abweichung auf.

Als nĂ€chstes kommen die Ärmel dran. Und ich ĂŒberlege noch, ob ich mir die MĂŒhe mache, ein Futter einzunĂ€hen oder nicht. Aber zu Übungszwecken schadet das sicher nicht. Genug Baumwollreste, die dafĂŒr herhalten könnten, hab ich allemal.

Schief gewickelt

Musik: Kollektiv Turmstrasse – Dead Room

Genau wie RaglanĂ€rmel schmeicheln auch V-Ausschnitte meinem Oberkörper. Da ich aber schon einige Oberteile mit derartigem Ausschnitt habe, wollte ich mal was Neues ausprobieren. In der burda style 11/2010 hatte ich mit Modell 109 auch gleich den passenden Schnitt gefunden: eine Wickelbluse. Die Stoffauswahl war dann etwas schwieriger. Eigentlich wollte ich den weißen Crepe Maroccaine mit den schwarzen Punkten, den man hier auf dem WĂ€schetrockner sieht, verwenden. Da ich aber schon ein Shirt mit DreiviertelĂ€rmeln in weiß mit schwarzen Punkten habe, fiel der Stoff raus. Der karierte Crepe de Chine, der daneben hĂ€ngt, fĂ€llt allerdings genauso weich und fließend, so dass ich meinen Stoff gefunden hatte 😉

Da es mir aber zu heikel war, den Stoff zu verschneiden, musste ein Probeteil ran. DafĂŒr hatte ich noch einen dĂŒnnen hellgelben Baumwollstoff da, fĂŒr den mir bisher eh keine Verwendung eingefallen ist, weil der ziemlich stark knittert.

Am ProbestĂŒck stellte sich raus, dass ich unten noch ein ganzes StĂŒck verlĂ€ngern muss, wenn ich nicht bauchfrei rumlaufen will. Also hab ich am Schnitt noch 10 cm zugegeben. Zuschnitt und NĂ€hen ging dann wieder relativ schnell.
Allerdings war ich von den Ärmeln irgendwie nicht so ĂŒberzeugt. Lag wahrscheinlich am Muster, aber das Ganze wirkte ganz schön augenkrebsig. Gut, dass ich mir erstmal nur mit einem Ärmel die MĂŒhe gemacht hatte.

Ich hab mich dann dazu entschieden, eine Àrmellose Wickelbluse zu machen. Da ich sie eh meistens unter nem Blazer anziehen werde, passt das ganz gut.

Den Bund und die BindebĂ€nder hab ich aus schwarzem Javanaise gemacht (hĂ€ngt auf dem Trockner direkt neben dem Crepe), davon hatte ich noch einen passenden Streifen ĂŒbrig. Resteverwertung vom Feinsten 😉
Weil ich mir bei der LÀnge so sicher war (ich hatte ja ein Probeteil gemacht), hab ich den Bund auch direkt fest angenÀht.

Bei der anschließenden Anprobe allerdings…..hm… hĂ€tte auch als Wickelkleid durchgehen können. Viiiiieeeel zu lang 🙁 Also den Bund wieder abgetrennt und ca. 6cm höher wieder angesteckt. Nochmal probieren – jup, passt. FestnĂ€hen.
Die Innenseite hab ich entgegen der Anleitung nicht mit Hand, sondern mit der NÀhma gemacht. Die sichtbare Naht auf der Vorderseite gibt nun auch noch etwas StabilitÀt.

Alles in allem trotz manchmal zickiger Stöffchen gut gelungen 🙂