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Philosophisches Nähquartett

Musik: Extrawelt – Breedle (Original Mix)

Nähen hat ja durchaus was Entspannendes, gar Meditatives an sich. Und seit ich mich den gängigen Handarbeiten, vor allem mit Nadel und Faden, widme, lerne ich mich selbst auch immer besser kennen. Beispielweise scheine ich dazu zu neigen, wenns allzu kniffelig wird oder mir wichtige Zutaten fehlen, was Neues anzufangen. Bestes Beispiel: die Rautendecke. Das Vorderteil ist fertig, das Vlies ist da, die Rückseite ausgesucht. Was noch fehlt, ist das Ganze zusammenzusteppen. Ursprünglich hatte ich auch schon die Ränder angenäht, bis mir auffiel, dass man die ja eigentlich auch wie beim Schrägband zum Einfassen nehmen könnte. Also alles wieder auftrennen. Ich hab ja Zeit.
Zum Steppen habe ich dann letztens versucht, das Stoffpaket unter die Nähmaschine zu stopfen – allerdings mit mäßigem Erfolg. Sie hat zwar genäht, das Ergebnis hat mich aber so überhaupt nicht überzeugt, so dass ich das ganze Geraffel wieder aufgetrennt hab. Nächster Schritt wäre nun das Quiltpaket ordentlich aufeinanderzulegen, zu markieren und von Hand zu steppen. Und genau diese 3 Schritte schiebe ich nun schon wieder 2 Wochen vor mir her. Woran scheiterts? An vielen fadenscheinigen Ausreden 😉 Kein Platz, die Katzis legen sich immer drauf, unhandlich etc. pp. Ähem.
Derzeitiger Stand: Warteschlange. Auf dem Bild übrigens noch mit angenähten Rändern.

Was also tun? Richtig. Was Neues.

Nächstes Projekt: der Blazer.
Ich bin seit einigen Jahren Blazerfreund. Problem ist allerdings, dass die Dinger von der Stange irgendwie auf Kriegsfuß mit meinen Proportionen stehen. Glücklicherweise liefert mein Fundus an Schnittmusterheftchen ein paar gute Anregungen; entschieden habe ich mich für Modell 127 aus der burdastyle 11/2012.
Da ich aber auch hier mit den Maßen auf Nummer Sicher gehen will, gibts zunächst ein Probestück. Also den Papierschnitt unter fachkundiger Anleitung erstellt…

… auf den Probestoff übertragen, zugeschnitten und genäht. Bis, ja bis ich den Kragen nähen wollte. Irgendwie ist mir noch nicht ganz klar, wie der angesetzt wird; auch Ansichtsexemplare aus meinem Schrank helfen nicht wirklich weiter.
Derzeitiger Stand: Warteschlange.

 

Um bei meinem in-Ruhe-nachdenken keinen nähtechinschen Leerlauf zu haben gab es – richtig, was Neues.

Zur Abwechslung mal kein Nähkram, sondern Häkelkram. Ist für mich ja wollmäßiges Neuland, aber ich dachte mir, so schwer kann das nicht sein. Ist ja quasi wie Stricken mit einer Nadel 😉 Letzter Schrei sind ja derzeit Häkelpuppen und -figuren quasi aus einem Guss, genannt Amigurumi. Eine Bekannte ist großer Eulenfan, also sollte es eine Eule werden. Dank Internet hatte ich auch schnell eine Anleitung gefunden. Für die angepeilte Größe gabs dann zum Glück auch noch genügend Wollreste, also konnts gleich losgehen.
Am Anfang war ich ja noch skeptisch, ob das wirklich irgendwann nach oben geht, also eine Art Beutel wird, aber irgendwie hats doch funktioniert.
Für den allerersten Häkelversuch find ichs gar nicht mal so übel. Zwar alles bissl zu straff und zu fest, aber so hälts wenigstens zusammen 😉

Uuuund: die Eule ist fertig 🙂 Sogar schon verpackt, versandt und gut beim Empfänger angekommen. Im wahrsten Sinne 😉
Derzeitiger Stand: FERTIG

Weil mir für den Blazerkragen aber immer noch keine Lösung eingefallen war und ich mal wieder Lust auf was eher einfaches hatte, gabs das:
Nächste Projekt: Tasche

Ich finde Taschen, die eigentlich nur aus einem großen Beutel bestehen, ziemlich unpraktisch. Da fliegt alles drin rum, verliert sich irgendwann in den Tiefen der Raumzeit (oder was weiß ich) und ward nie wieder gesehen. Also was mit vielen praktischen Fächern wär gut. Auch hier gabs schnell was aus meinem Schnittmusterfundus: Tasche 150 aus der burdastyle 03/2011. Es handelt sich zwar um eine Wickeltasche, aber ich denke, die Tasche lässt sich sicher auch für andere Zwecke hervorragend nutzen 😉
Das Schöne ist hier, dass ich quasi alles da hatte: Außenstoff, Futterstoff, Reißverschluss, Schrägband für die Kanten. Sogar Filz, den ich zwischen Außen- und Futterstoff nähen wollte, um dem Ganzen mehr Stabilität zu verleihen.
Also aufgemalt, zugeschnitten und losgenäht:


Das ist der derzeitige Stand. Wir erinnern uns – ich habe alles da. Alles. Bis auf Metallschlaufen für das Umhängeband. Ich dachte mir, das ist Standardware, also auf zum lokalen Kurzwarendealer. Fehlanzeige. Also im Internet geguggt. Auch hier in den gängigen Onlineshops: Pustekuchen. Also bin ich gestern in nen Baumarkt und hab mir karabinerähnliche Verbinder gekauft. Sind zwar recht schwer im Vergleich zu den vorgeschlagenenen D-Ringen, aber die halten ganz sicher was aus.

Die werd ich heute mit den dafür genähten Schlaufen verheiraten und dann kann ich die Tasche soweit fertig nähen. In der Zwischenzeit hab ich sicher auch noch den Regulator gefunden, den ich für das Umhängeband und dessen Längenverstellung brauche. Wenn ich nicht in der Zwischenzeit was Neues anfange, Ideen hätte ich genug. Und Stoff. Sogar schon gewaschen. Ähem 😉

Ein Männlein steht im Walde

Musik: Oliver Huntemann – Magnet

Passend zur, ähem, kalten Jahreszeit hat sich mein Freund eine Strickjacke gewünscht, ich hatte sie hier schon mal kurz erwähnt.
Nachdem das Muster recht schnell klar war – sie sollte nämlich so aussehen wie die, die er im Laden anprobiert hatte -, gings ans Ausmessen, Maschenprobe stricken und Rumrechnen. Nach einigem Vor- und Zurückstricken (bleibt bei einem eigenen Strickteil ohne Anleitung ja nicht aus), kann ich nun mit Stolz behaupten: der Körper ist fertig 🙂

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Die Blende vorn ist direkt mit angestrickt, das wollte ich nicht nachträglich machen. Die Ränder kette ich noch ab, damit ich eine saubere Kante für den Reißverschluss habe.
Die Taschen sind ebenfalls ins Muster eingestrickt, allerdings noch nicht innen festgenäht. Das mach ich dann am Schluss, genau wie den Kragen, den ich auch noch im Rippenmuster anstricken werde.
Besonders gut gefällt mir die Raglanlinie, die kommt wirklich schön zur Geltung.

Leider war das Licht zum Fotografieren nicht das Beste, aber das Wichtigste kann man schon erahnen 😉

Nun fehlen nur noch die Ärmel. Da hab ich gestern schon am lebenden Objekt ausgemessen, nachher rechne ich noch die Abnahmen aus. Sollen ja keine Kimono-Ärmel werden 😉 Die Ärmel waren überhaupt der Grund, warum ich die Jacke nachstricke. Bei dem Modell im Laden waren die im Vergleich zum Körper nämlich zu kurz.

Auf leisen Sohlen

Musik: Minilogue – The Leopard (Extrawelt Rmx)

Auch wenn hier die letzten Wochen nicht viel (bzw. gar nichts) passiert ist, heißt das nicht, dass ich handarbeitstechnisch faul wäre. Aber wie das bei mir so ist, wenn ich mit einem Projekt nicht vorankomme – ich fange ein Neues an.
Da wäre zum Beispiel die Rautendecke. Die große Fummelarbeit mit den einzelnen Rauten ist fertig, nun steht das Steppen an. Aber bevor das losgehen kann, muss ich am inneren Rand noch kleinere Rest-Rauten annähen und da fehlt mir im Moment die Motivation. Also erstmal zur Seite gelegt.
Zwischendurch ging mir noch meine Sporthose kaputt. Für eine neue fehlte mir jedoch der Jersey samt passender Nadel. Ein willkommener Grund also, neuen Stoff zu bestellen 😉 Den Schnitt hab ich von der alten Hose abgenommen, allerdings hatte ich sie dafür nicht aufgetrennt, was mir beim Zusammennähen der neuen auf die Füße gefallen ist. Die Passform ist nicht optimal, aber zum Glück reicht der Stoff noch für einen zweiten Versuch. Fotos gibts dann, wenn die andere auch fertig ist. Also vermutlich im Jahr 2035. Ähem.
Weil das Nähen alleine auf Dauer ja öde ist und ich noch nicht genug Ideen angefangen hatte, gibts das gleiche Schauspiel an der Strickfront. Mein Freund hat im September beim Klamotten kaufen eine Strickjacke anprobiert, die ihm richtig gut gefallen hatte. Allerdings waren die Ärmel leider etwas zu kurz für den Preis und so hab ich angeboten, ihm die Jacke quasi auf den Leib zu stricken. Wir hatten uns dann 3 verschiedene Garne vom Garndealer meines Vertrauens zur Ansicht schicken lassen und uns für eine Farbe namens Thymian entschieden. Geht leicht ins grüngraue und steht ihm wirklich hervorragend 🙂
Die Jacke im Laden hatte normal angenähte Ärmel, das fand ich aber zu einfach. Ich hab mich für Raglanärmel entschieden und zwar so, dass die Jacke aus einem Guss ist. Ohne Seitennähte, komplett in einem gestrickt. Inzwischen bin ich beim Körper fast unten angekommen, im Moment stricke ich gerade die Seitentaschen ein. Eigentlich hatte ich vor, den Strickteil bis Jahresende fertig zu haben, aber das wird wohl nichts. Soviel ist ja nicht mehr bis Jahresende….Strickteil deshalb, weil ich innen noch Sweatshirtstoff als Innenjacke einnähen werde, so ist die Jacke nicht ganz so luftig.
Für Fotos ist das Licht grade leider nicht so passend, aber die reiche ich natürlich noch nach 😉

Kommen wir jetzt aber mal zu etwas, das tatsächlich fertig ist 😉 Ist allerdings auch nicht schwer angesichts der Größe. Ein Kollege von mir ist im September zum zweiten Mal Papa geworden und hat uns zum „Baby pinkeln“ eingeladen. Was bot sich als Geschenk eher an, als für warme Füßchen zu sorgen? 🙂 Das Modell ist übrigens das Gleiche wie hier.
Und weil ich die Geschenkschachtel so weiß ziemlich öde fand, hab ich mich noch künstlerisch betätigt 🙂

Die Katzen gabs übrigens nicht dazu, die bleiben hier 😉

Aufarbeitung

Musik: Lawrence – Swap

Handarbeiten sagt man ja eine therapeutische Wirkung nach – und die hatte ich in den letzten 3 Wochen auch bitter nötig. Zu den Hintergründen möcht ich nix weiter sagen, so dicke sind das Internet und ich dann doch nicht.

Anyway. Ich hatte vor nem knappen Jahr zur Resteverwertung mal angefangen, nen Schal zu stricken. Wolle der Wahl waren 6 Knäuel „Grande“, schnell gestrickt mit Nadeln in Größe 12. Man kommt zwar wirklich schnell voran mit den großen Nadeln. Allerdings auch nur, wenn man regelmäßig mal was strickt. Ahem.

Nun gut, die letzten Tage hatte ich recht viel Zeit und was gibt es Schöneres, als bei über 30°C nen dicken Winterschal zu stricken? 😉 Das Muster ist ein schlichtes recht-links-Rippenmuster mit je 2 Maschen, um eine Masche in jeder Hinreihe versetzt, die Rückreihen so, wie sie erscheinen.

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Die Farbe kommt leider auf dem Foto nicht so gut rüber, es ist irgendwas zwischen weinrot und lila. Die Länge würde ich mit „ausreichend“ angeben, weil ich einfach bis zum Ende der Wolle gestrickt habe. Ging aber auch gut auf.

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Weil grad Sommer ist und es überall allerlei Obst zu kaufen gibt, hab ich mich – ganz Hausfrauen-like – noch an was Neues getraut: Marmelade kochen. Erstaunlicherweise gings recht schnell und einfach. Kommt auf meine „kann man mal wiederholen“- Liste 🙂

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Wir sehen hier sechs Gläschen Erdbeer(viel davon)-Stachelbeer-Johannisbeer(wenig davon)-Marmelade, von denen ein Glas mittlerweile schon fast wieder leer ist 😉

Für warme Miniohren

Musik: Booka Shade – Regenerate

Wie schon erwähnt, soll die Kleine nicht nur warme Füße, sondern auch warme Ohren haben, wenn sie nächste Woche das erste Mal das grelle Licht des Schnees entdeckt.
Wie für die Schuhe hab ich auch diesmal wieder auf eine Anleitung aus den Weiten des Internets zurückgegriffen. Aber irgendwie wollte die hier nicht so recht bei mir auf die Nadel, wie man auf dem Foto sieht… Die Passform ist nicht optimal (zumindest nicht auf dem Wollknäuel 😉 ) und die Lücken gefallen mir auch nicht. Wobei das wahrscheinlich eher an der Ausführung meinerseits lag…

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Egal. Zweiter Versuch, diesmal mit dieser Anleitung. Damits nicht gleich wieder zu kompliziert wird, jetzt auch nur in einer Farbe. Und siehe da, es geht doch 🙂 Das ist wieder Wolle Piccolo in weiß mit Nadelstärke 3. Das Bändchen ist wie bei den Schühchen eine Reihe gehäkelter Luftmaschen. Und ich bin echt zufrieden 🙂

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